Schwer bewaffnete Polizisten sicherten den Bereich an der Schule ab. Foto: Symbolbild
Schwer bewaffnete Polizisten sicherten den Bereich an der Schule ab. Foto: Symbolbild

08.06.2017

 

Das Kostüm war völlig daneben: Maskierter Jugendlicher löst zum Mottotag Großeinsatz am Schulzentrum Meckelfeld aus

 

Seevetal/Meckelfeld: Große Aufregung am Donnerstagmorgen am Schulzentrum in Meckelfeld. Ein Busfahrer meldet sich gegen 7.22 Uhr bei der Polizei und meldet eine Person die mit einer Sturmhaube maskiert und mit einer Pistole in der Hand den Appenstedter Weg in Richtung Schulzentrum entlang läuft. Die Beamten „fackeln“ nicht lange: Sofort wurde ein „Groß Alarm“ im Landkreis Harburg ausgelöst. Die Polizei vermutete einen Amoklauf oder sonstigen Anschlag an der Schule. Insgesamt 21 Streifenwagen aus dem Landkreis Harburg und den Landkreisen Stade, Lüneburg und Heidekreis rasten zum Einsatzort nach Meckelfeld. Um 7.31 Uhr dann Entwarnung. Die erste Streifenwagenbesatzung hatte Kontakt zum vermeintlichen Attentäter. Doch statt einer echten Gefahr handelte es sich nur um einen Schüler, der den Mottotag an seiner Schule als „FBI-Agent“ besuchen wollte. Um möglichst echt auszusehen hatte er sich eine schwarze Sturmhaube über den Kopf gezogen und eine schwarze Taschenlampe im Holster an seinem Gürtel befestigt.

 

Wie leichtsinnig und gefährlich sein Handeln war, erkannte der Jugendliche erst, als die schwer bewaffneten Polizisten mit gezogenen Pistolen auf ihn zukamen und und lautstark aufforderten, seine Maskierung abzulegen. Gegen den 17-Jährigen wurde ein Verfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet.“, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger. „Bei dieser Einsatzmeldung gehen allen beteiligten Beamten die schlimmsten Szenarien durch den Kopf. Gerade für die ersten Kräfte vor Ort bedeutet es enormen Stress, sich möglicherweise einem zu allem entschlossenen Gewalttäter gegenüber zu sehen. Ich bin froh, dass meine Kolleginnen und Kollegen dennoch sehr besonnen reagiert haben und es nicht zu einem Schusswaffeneinsatz gekommen ist", so Polizeioberrat Wilfried Reinke, Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion Harburg. "Dass man in Zeiten, in denen fast täglich von Terroranschlägen im öffentlichen Raum berichtet wird, mit einem solchen Kostüm durch die Straßen läuft, macht mich beinahe sprachlos", so Reinke weiter. Ungemütlich dürfte es nach all der Aufregung auch noch einmal für den Schüler werden. Die Polizei prüft neben dem Strafverfahren auch, inwieweit die Einsatzkosten, die sich im vierstelligen Bereich bewegen dürften, dem Jugendlichen auferlegt werden können.