Dicke Luft im Sportzentrum: Gerade die Volleyballer leiden unter der nahezu vollen Auslastung des Sportzentrums in Fleestedt. Foto: B. Stapelfeld
Dicke Luft im Sportzentrum: Gerade die Volleyballer leiden unter der nahezu vollen Auslastung des Sportzentrums in Fleestedt. Foto: B. Stapelfeld

14.08.2018

 

Dicke Luft im neuen Sportzentrum in Fleestedt: Gerade für Jugendliche sind die Trainigszeiten knapp!

 

Seevetal/Fleestedt: Die Hallenzeiten sind fest vergeben. Nahezu 100 Prozent ist das neu gebaute Seevetaler Sportzentrum in Fleestedt belegt. Der Sportbetrieb beim Turn- und Sportverein Flestedt (TuS) wird noch immer überwiegend durch ehrenamtliche Engagement getragen. Rund 100 Übungsleiter, Trainer und Betreuer sorgen dafür, dass die derzeit rund 1750 Mitglieder ihren Sport ausüben können. Besonders die Jugend- Fußballabteilung ist stark aufgestellt. Dort kicken derzeit rund 350 Jungen- und Mädchen auf dem Platz und in der Halle. Auch bei den Auszeichnungen läuft es im Verein derzeit richtig rund: „Für vorbildliche Jugendarbeit wurde die Tischtennissparte des TuS kürzlich auf dem Verbandstag des Tischtennis-Kreisverbandes Harburg mi der Werner-Mohr-Plakette ausgezeichnet.“, so Pressesprecher Ulrich Vergin. Auch die weiterein Abteilungen wie Kindersport, Tanzen, Ballett und Kickfit laufen gut. Doch jetzt herrscht reichlich dicke Luft in der Halle. Schlange stehen am Volleyballnetz – keine Seltenheit!

Binnen 18 Monaten ist dieses noch junge Angebot im TuS so erfolgreich geworden, dass die Halle aus allen Nähten platzt. Geübt wird donnerstags zwischen 17- und 19 Uhr im Sportzentrum, allerdings steht den mittlerweile über 20 jungen Volleyballern lediglich ein abgetrenntes Drittel der Halle im Sportzentrum Seevetal zur Verfügung, da zwei drittel der Halle zeitgleich an Drittvereine vergeben ist. „Ein echtes Problem für uns“, erzählt Vergin, „Da ein Drittel der Halle definitiv zu wenig Platz für die Jugendgruppe bietet“. Leider sind wir aber zeitlich eingeschränkt, da wir Trainingszeiten für Jugendliche nicht beliebig in die späteren Abendstunden verlegen können. „Ein Trainingsbeginn vor 17 Uhr ist aber auch keine Lösung, da dann die Jugendlichen wegen der ausgeweiteten Schulzeiten in den Nachmittagsstunden keine Zeit haben“, so Vergin weiter. „Letztlich können wir nur auf die Einsicht von erwachsenen Sportlern hoffen, dass diese ihre Trainingszeiten in die späteren Abendstunden verlegen.“

 

Doch es kommt noch härter. Gerade in den Wintermonaten wird sich die Situation in Fleestedt voraussichtlich weiter zuspitzen, wenn die größte Abteilung ihr Training in die Halle verlegen wird. Dann ist es zum Fußballtraining auf dem richtigen Platz nämlich zu kalt! „Dann müssen wir 28 Fußballmannschaften Trainingszeiten im Sportzentrum und in der Halle am Osterkamp anbieten. In der ‚Primetime‘ von 17 bis 22 Uhr ist dann jede Minute in den beiden Hallen belegt.“ Durch die Halle im Sportzentrum hat sich die Reisetätigkeit der Fleestedter Fußballer in die Nachbarorte zwar vermindert, aber mehr als eine Stunde Training je Woche ist für die Mannschaften nicht drin. „Eigentlich zu wenig für ein sinnvolles Training, aber mehr geht leider nicht. Wir freuen uns jedenfalls über jede zusätzliche Trainingsminute in den Hallen,“ erläutert Vergin die Situation.

 

Jetzt wendet sich der Verein an die Politik: Anders als in den übrigen Seevetaler Hauptorten Maschen, Meckelfeld und Hittfeld gibt es von der Gemeinde Seevetal in Fleestedt kein Angebot für offene Jugendarbeit. Die gemeindeeigenen Jugendzentren, Bolzplätze, Skaterbahnen, Büchereien und Schwimmbäder befinden sich außerhalb von Fleestedt. Hier gibt es mittlerweile noch nicht einmal einen Bolzplatz. Der TuS Fleestedt wendet sich daher mit seinem Angebot bewusst an Kinder und Jugendliche, um diesen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten.