Aktion für mehr Straßensicherheit: v.l.n.r.: Polizeihauptkommissar Frank Ragge, Karin Sager, ADFC Kreisverband Harburg e.V., Susan Meyer, Radverkehrsbeauftragte Susanne Wermuth, Landrat Rainer Rempe
Aktion für mehr Straßensicherheit: v.l.n.r.: Polizeihauptkommissar Frank Ragge, Karin Sager, ADFC Kreisverband Harburg e.V., Susan Meyer, Radverkehrsbeauftragte Susanne Wermuth, Landrat Rainer Rempe

16.08.2018

 

Fair im Verkehr: Kreisweite Aktion für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr

 

Landkreis Harburg: Streitereien im Straßenverkehr gibt es täglich. Im Landkreis Harburg startet jetzt eine Kreisweite Aktion für mehr Rücksichtsnahme im Straßenverkehr. Neu Wulmstorf auf der Wulmstorfer Straße (L 235) hat die Kreisverwaltung im vergangenen Jahr die Regelungen zur Radwegebenutzungspflicht an die aktuellen Vorgaben der Straßenverkehrsordnung angepasst. Radfahrende in Fahrtrichtung Elstorf haben seitdem die Wahl, ob sie die Fahrbahn oder den Gehweg nutzen. In Fahrtrichtung ortseinwärts sind sie verpflichtet, die Fahrbahn zu nutzen. Alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer - ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto - sind auf dieser Straße besonders aufgerufen, achtsam und fair miteinander umzugehen. Ab sofort erinnern der Landkreis Harburg, die Polizeiinspektion Harburg, die Verkehrswacht Harburg-Land, der ADFC sowie das niedersächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr Lüneburg mit einem zusätzlichen Hinweisschild der Aktion "Zusammen unterwegs" an die geänderte verkehrsrechtliche Regelung. "Wir wollen die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer mit dem Aktionsschild auf die geänderte Verkehrssituation hinweisen und sie gleichzeitig für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr sensibilisieren", so Landrat Rainer Rempe. Zwei Aktionsschilder „Zusammen unterwegs“ sollen zukünftig im Kreisgebiet temporär an Straßen aufgestellt, bei denen die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben wurde, um bei Verkehrsteilnehmern für gegenseitige Rücksichtnahme zu werben.

 

Der Hintergrund für die kreisweite Verkehrsaktion sind Unfalluntersuchungen die ergeben haben, dass Radfahrer, die sich auf der Fahrbahn befinden, aufgrund des klaren Sichtkontakts mit dem Auto-Verkehr "auf einer Höhe" besser wahrgenommen werden und auch ihrerseits den Kfz-Verkehr besser beachten können. Die gemeinsame Nutzung der Fahrbahn durch Autofahrer und Radler innerhalb geschlossener Ortschaften führt nachweislich zu einer höheren Verkehrssicherheit und weniger Unfällen. Bei Radfahrern ist das Fahren auf Gehwegen entgegen der Fahrtrichtung sogar Unfallursuche Nummer Eins. Viele Radfahrer wollen gerade in Zeiten des vermehrten Umstiegs auf das umweltfreundliche Fahrrad - möglicherweise unterstützt durch einen Elektromotor - als gleichwertige Verkehrsteilnehmer behandelt werden. Außerdem sollen Fußgänger Gehwege uneingeschränkt nutzen können. Ziel der in der Straßenverkehrsordnung festgeschriebenen gemeinsamen Nutzung der Straßenfahrbahn durch Autofahrer und Radfahrer ist es, die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer zu stärken sowie Rücksichtnahme und ständige Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer zu fördern. Die Kreisverwaltung setzt diese Vorgaben der Straßenverkehrsordnung Schritt für Schritt mit entsprechender Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen um. "Unter besonderem Schutz steht weiterhin die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr. Deshalb müssen Kinder bis acht Jahre weiterhin auf den Gehwegen entlang der Fahrbahn fahren und dürfen dabei von einer Aufsichtsperson ebenfalls auf dem Gehweg begleitet werden. Kinder bis zehn Jahre dürfen den Gehweg weiter mit dem Rad nutzen. Hier ist dann die Rücksichtnahme auf Fußgänger besonders wichtig", betont Susanne Wermuth.

 

Mit der Aktion "Zusammen unterwegs" folgt der Landkreis Harburg dem Vorbild der Freien und Hansestadt Bremen, mit deren freundlicher Unterstützung der Landkreis Harburg deren Layout für die Hinweisschilder im Landkreis Harburg übernehmen konnte.