Dr. Norbert Schwarz vor der Fleestedter Christuskirche. Foto: C.Wöhling
Dr. Norbert Schwarz vor der Fleestedter Christuskirche. Foto: C.Wöhling

16.08.2018

 

Fleestedt ist wie eine Familie“: Pastor Norbert Schwarz verabschiedet sich

 

Seevetal/Fleesedt: „In Fleestedt war man schon eingewurzelt in die Gemeinde, Fleestedt ist wie eine Familie. Das werde ich auf jeden Fall vermissen, hier im Wald habe ich jahrelang meine Runden gedreht. Ich saß mit Menschen zusammen, die diese Kirche und dieses Gemeindehaus gebaut haben“, sagt Pastor Dr. Norbert Schwarz. Zum 1. September wechselt er als Kirchenkreispastor in den Kirchenkreis Celle. Am Sonntag, 26. August, wird Norbert Schwarz um 15 Uhr in der Christuskirche in Fleestedt verabschiedet. Superintendent Dirk Jäger wird Norbert Schwarz entpflichten, der Posaunenchor Fleestedt spielt und im Anschluss sind alle Besucher zum Kirchcafé eingeladen.

 

Der Gemeinde war bereits bewusst, dass Norbert Schwarz gehen würde. Denn zu Beginn dieses Jahres verließ bereits seine Frau, Pastorin Imke Schwarz, die Gemeinde. Sie wurde Plattdeutschbeauftragte der Ev. Landeskirche Hannovers und Studienleiterin am Pastoralkolleg in Loccum. Imke Schwarz wohnt in Hannover, hat ein Büro in Loccum und so pendelte das Ehepaar zwischen Hannover und Fleestedt. Nun soll es wieder einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt geben. Im Jahr 2006 kam das Ehepaar als Probedienstler nach Hittfeld, wurde in der Mauritiuskirche ordiniert und teilte sich zunächst eine Stelle, später hatten sie eineinhalb Stellen. „Das war eine spannende Zeit, die ersten Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen. Dazu fand jeder von uns schnell einen eigenen Bereich, ich engagierte mich stärker in der Seniorenarbeit und dem Familienkrippenspiel“, sagt Norbert Schwarz, der auch aktiv im Posaunenchor Fleestedt spielte.Zu jeder Pflicht gehört eine Kür, so Schwarz: „Der Literaturgesprächskreis war schon mein Steckenpferd. Über die Literatur kam man „auf Augenhöhe“ mit anderen Menschen ins Gespräch, ganz anders als in Bibelkreisen, wo man ja dann doch der Experte ist.“ Er mag es, Zuhörer und Erzähler von Geschichten zu sein, das fange beim Spielkreis an und höre bei der Beerdigung auf.

 

Das Ehepaar wohnte im Pfarrhaus in Fleestedt, arbeitete aber an beiden Kirchorten, Hittfeld und Fleestedt. Schwarz freut sich auf die Aufgabe als Kirchenkreispastor Celle, er wird in allen Gemeinden des Kirchenkreises Pastoren bei Kasualien vertreten und Gottesdienste übernehmen. „Ich sehe mich fast ein wenig als „Wanderprediger“, der an unterschiedlichen Orten wirkt, so wie es der Bibel nach auch Paulus war. Und ein wenig waren wir das doch hier auch schon, in Hittfeld, Fleestedt, Emmelndorf, Harmstorf, Helmstorf und Lindhorst.“

Dahin werde sich Kirche auch verändern, so Schwarz: „Kirche gerät in Bewegung, es wird nicht mehr den einen Pastor an einem Ort geben“, sagt Schwarz. Er will als Kirchenkreispastor einen „Koffer“ mit bedarfsgerechten Angeboten schaffen. Dennoch ist er dankbar, den Beruf des Pastors in einer festen Gemeinde gelernt zu haben. „Es ist so wie in dem Buch „Das geheime Leben der Bäume“: Man sieht in einer Gemeinde erst nur die Krone der Bäume, das tiefe Wurzelwerk nicht. Es brauchte Zeit, um ins Wurzelwerk der Gemeinde zu gelangen und es zu verstehen.“

 

Was hat er an Fleestedt geschätzt? „Die kulturoffene Haltung der Menschen, ihr Engagement, ihre traditionelle Kirchlichkeit auf der einen Seite und ihre Bereitschaft zur Veränderung auf der anderen Seite“, sagt Norbert Schwarz. Ihm folgt Pastorin Christina Wolff, sie wird im Herbst ins Pfarrhaus einziehen.