Mobbing und Stress in der Schule sind Gründe warum immer mehr Jugendliche die Schule schwänzen. Foto: Symbolbild
Mobbing und Stress in der Schule sind Gründe warum immer mehr Jugendliche die Schule schwänzen. Foto: Symbolbild

18.09.2018

 

Mobbing, Stress und Selbstzweifel: Immer mehr Jugendliche im Landkreis schwänzen die Schule!

 

Landkreis Harburg: Immer mehr Jugendliche im Landkreis Harburg schwänzen die Schule und kümmern sich lieber um andere Dinge als den Unterricht zu besuchen. Aber warum schwänzen Jugendliche die Schule? Woher kommt die Angst vor dem Schulbesuch? Was machen Jugendliche wenn Sie nicht in der Schule sind? Mit diesen Fragen eröffnete Sozialdezernent Reiner Kaminski kürzlich den Fachtag „Schuldistanz“, zu dem der Landkreis Harburg rund 100 Schulleitungen, Lehrkräfte und Fachkräfte aus der Schulsozialarbeit, der Jugendhilfe und Beratungsstellen in das Gemeindehaus St. Marien in Winsen eingeladen hatte. Statistiken zeigen: Die Zahl der gemeldeten Schulversäumnisse ist auch im Landkreis in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dem Phänomen wissenschaftlich auf der Spur ist Prof. Dr. Heinrich Ricking von der Carl-vonOssietzky-Universität in Oldenburg. Der Experte erläuterte den Teilnehmern des Fachtags den aktuellen Stand der Forschung und gab Hinweise, welche Veränderungsbedarf es in Unterricht, Schulkultur und Beratung geben könnte. Die Gründe, weshalb Jugendliche die Schule schwänzen, sind durchaus unterschiedlich. Häufig spielen Versagenserlebnisse und Negativerfahrungen eine Rolle. Die Schüler sind frustriert und fühlen sich überfordert. Aber auch Angst vor Mobbing, vor Lehrern oder vor bestimmten sozialen Situationen kann Ursache sein, weshalb Kinder oder Jugendliche der Schule fern bleiben. Beim Fachtag tauschten sich nicht nur Fachleute aus, sondern auch Experten in eigener Sache schilderten, wie sie diese Situation erlebt haben.

 

Eltern beschrieben Schamgefühl, Selbstzweifel und Hilflosigkeit: Warum habe ich das eigene Kind nicht im Griff? Was habe ich falsch gemacht? Wo finde ich Hilfe? Die Jugendlichen wünschten sich vor allem verständnisvolle Ansprechpartner in der für sie belastenden Situation. Jemanden der zuhört, anstatt Vorwürfe zu machen. Um Schulversäumnissen vorzubeugen, kann Schule selbst eine Menge tun, wie Prof. Dr. Heinrich Ricking erläuterte. Sinnvolle Schritte seien unter anderem Lerninhalte spannend zu präsentieren, durch eine entsprechende Schulkultur Mobbing vorzubeugen, unnötigen Druck zu vermeiden, Eltern bei Problemen früh einzubinden, Schüler zur aktiven Teilnahme am Unterricht zu motivieren, aber auch Hilfsangebote zu schaffen.

 

 

In Workshops setzten sich die Teilnehmer mit den Hinweisen aus der Forschung und aus der Betroffenenperspektive auseinander. Gemeinsam wurden mögliche Veränderungen im jeweiligen Arbeitsumfeld ausgelotet. Nach den Herbstferien sollen die Ergebnisse aus dem Fachtag in einem Arbeitskreis bestehend aus Fachkräften aus Jugendhilfe und Schule dann weiter bearbeitet werden.